Curcuma beim Prämenstruellen Syndrom und Dysmenorrhö
2026-01-22
Erste klinische Daten deuten auf eine mögliche Wirksamkeit von Curcuma-Extrakt bei Prämenstruellem Syndrom (PMS) und primärer Dysmenorrhö hin. Für die Einordnung in den Praxisalltag sind jedoch insbesondere die optimale Dosierung und der Stellenwert in Kombinationstherapien noch zu klären.
Mit diesem Hintergrund wurde an der Medizinischen Universität Täbris, Iran, eine randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie durchgeführt. Eingeschlossen wurden 62 Studentinnen mit regelmäßigem Zyklus (21-35 Tage) primärer Dysmenorrhö und PMS. Zu den Einschlusskriterien zählten ein VAS-Schmerzscore von ≥ 4/10 sowie ein PSST-Gesamtscore (Premenstrual Symptoms Screening Tool) ≥ 20/57. Die Teilnehmerinnen wurden 1:1 der Curcumin- oder Placebogruppe zugeteilt. Die Gruppen waren zu Studienbeginn hinsichtlich soziodemografischer Merkmale und Ausgangswerte vergleichbar.
Die Intervention bestand aus 1x täglich 500 mg Curcuma-Extrakt in Kombination mit Phosphatidylcholin zur verbesserten Bioverfügbarkeit (standardisiert auf ≥ 18% Curcuminoide; ≈ 90 mg) oder Placebo. Die Einnahme erfolgte an 10 Tagen pro Zyklus (7 Tage vor bis 3 Tage nach dem zu erwartenden Menstruationsbeginn) über zwei aufeinanderfolgende Zyklen. Erfasst wurden zu Studienbeginn sowie im 1., 2. und 3. Zyklus die PMS-Symptomatik (PSST), die Schmerzintensität (VAS) und die Verträglichkeit (unerwünschte Ereignisse).
Ergebnisse: Beide Gruppen zeigten Verbesserungen.
Absolute Veränderungen:
- PSST: 52,7±8,9 → 42,6±10,6 (Curcuma) vs. 49,7±9,2 → 44,1±8,7 Punkte (Placebo).
- VAS: 5,4± 2,1 auf 4,3±2,1 (Curcuma) vs. 5,6±1,9 → 4,9±1,7 (Placebo).
In dem hier zur Auswertung angewandten ANCOVA-Test (adjustiert für Ausgangswerte) ergaben sich folgende Werte für Curcumin im Vergleich zu Placebo:
- PSST: signifikante Reduktion im 2. Zyklus (MD −5,2; 95 %-KI −9,6 bis −0,9; p = 0,018).
- VAS: signifikante Reduktion im 2. Zyklus (MD −0,8; 95 %-KI −1,4 bis −0,1; p = 0,012) und im 3. Zyklus (MD −0,8; 95 %-KI −1,5 bis −0,08; p = 0,029)
In keiner der beiden Studiengruppen wurden unerwünschte Ereignisse berichtet.
Einordnung: Die Ergebnisse liefern einen Hinweis auf einen Nutzen von Curcuma-Extrakt bei PMS und primärer Dysmenorrhö. Aufgrund des kleinen und selektiven Kollektivs, der kurzen Beobachtungsdauer und des Single-Center-Designs sind die Ergebnisse von begrenzter Aussagekraft. Fragen zur optimalen Dosierung sowie zum Einsatz in Kombinationstherapien bleiben offen. Insgesamt stärkt die Studie die Evidenzbasis; zur verlässlichen Einordnung in die klinische Praxis sind größere Studien mit längerer Nachbeobachtung erforderlich.
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